Gestern schlossen wir die Aufnahmen mit Bianca Nawrath zu ihrem Roman „Iss das jetzt, wenn du mich liebst“ ab. Es war eine wunderbare und sehr lustige Zusammenarbeit! Danke, Bianca!

Und hier für Euch exclusiv schon vor der Veröffentlichung des Romans ein kleines Extra! von Bianca für Euch!

Rezept:

Schlesische Kluski mit Gulasch und Mamas Apfel-Rotkohl

Für ca. 5 Personen

Eine meiner Freundinnen hat mit 15 Jahren mal 13 dieser Kluskis geschafft. Ein Wunder, dass sie dabei nicht selbst zu einer Kluska geworden ist. Selbst Papa schafft maximal sechs Kluskis in einem Rutsch, denn die Dinger stopfen und gera- ten bei Mama auch alles andere als klein. Die Mischung aus Wachstumsschub und neuer Genusserfahrung muss unge- ahnte Kräfte in ihr freigesetzt haben.

Zu den Kluskis lässt sich ganz klassisch Gulasch mit Bra- tensoße servieren. Da das hier aber mein Buch ist, mache ich, was ich will, und ich bevorzuge ein Pilzgulasch ohne Fleisch. Muss Oma ja nicht wissen. Mama akzeptiert das, wenn auch leidend, darf dafür aber wieder die Apfel-Rotkohl-Zuberei- tung übernehmen. Mamas Apfel-Rotkohl ist sowieso der beste und legendär! Jeder Mensch, der mir etwas bedeutet, bekommt früher oder später eine Kostprobe. Also: Ran an die Kochlöffel und Kartoffelstampfer!

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Zutaten:
Für die Kluskis:

  • –  1800 g Kartoffeln
  • –  300 g Kartoffelmehl
  • –  1 Ei
  • –  Salz
  • –  Salzwasser Für das Gulasch:
  • –  6 Möhren
  • –  80 g getrocknete Steinpilze (30 Min. eingeweicht in heißem Wasser)
  • –  400 g frische Champignons
  • –  15 g frischer Thymian
  • –  400 ml veganer Rotwein
  • –  3 Zwiebeln
  • –  2 Knoblauchzehen
  • –  9 EL Tomatenmark
  • –  4 EL Senf
  • –  3 EL Sojasauce
  • –  450 ml Gemüsebrühe
  • –  1 l heißes Wasser
  • –  Pflanzenöl zum Braten
  • –  Salz
  • –  Pfeffer Für den Apfel-Rotkohl:
    • –  ein Glas Rotkohl
    • –  eine klein gehackte Zwiebel
    • –  2 Lorbeerblätter

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– ein ganz fein geschnittener Apfel – 2–3ElÖl
– Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zuerst machen wir uns an den Rotkohl. Dafür müssen ledig- lich alle betreffenden Zutaten in einem Topf mindestens eine Stunde bei niedriger Temperatur gedämpft werden. Ich mag ihn sogar am liebsten, wenn er schon am Vortag gemacht wurde. Nur die Zwiebel kommt erst zum Schluss dazu. Vor dem Servieren die Lorbeerblätter rausfischen und nach Be- darf würzen. Fertig.

Weiter geht es mit unseren Hauptdarstellern, mit den Klus- kis: Die Kartoffeln waschen und im Salzwasser weich kochen. Kartoffeln pellen, durch eine Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken und abkühlen lassen. Anschließend die Kar- toffeln schön flach drücken und ein Viertel des Teigs aus der Schüssel herausnehmen. Nichts wegschmeißen, brauchen wir noch! Das leere Viertel in der Schüssel nun mit Kartoffel- mehl auffüllen. Meine Mutter würde sagen »nach Gefüüühl, man merkt ja, ob Konsistenzia is gut«. Genaue Mengenan- gaben sind nicht so ihr Ding, vor allem bei Rezepten, die ihr ins Blut übergegangen sind.

Schon kommen die zuvor beiseitegelegten Kartoffeln wie- der dazu; nun alles gut mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Meine Mutter schlägt an dieser Stelle noch ein Ei in die Schüssel, doch das könnt ihr auch weglassen. Sollte der Teig zu klebrig sein, kommt mehr Kartoffelmehl hinzu. Aber nicht viel, sonst werden die Klöße wiederum hart. Ich sag’s ja, es ist eine Kunst.

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Aus dem Teig kleine Kugeln formen (oder wie ich als Kind: Herzen und Sterne). Ihr könnt sie auf einem Teller ablegen und euch in der Zwischenzeit um die Soße kümmern. Hier- für müssen wir zunächst die frischen Pilze und Möhren put- zen und klein schneiden. Danach Zwiebeln und Knobi schä- len und fein würfeln. Die Thymianblätter von den Stielen zupfen und hacken. Die vorab eingeweichten Steinpilze aus der Brühe nehmen und ebenfalls klein schneiden. Die Stein- pilz-Brühe aber bitte nicht weggießen.

Olivenöl in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei kleiner Hitze anschwitzen, bis sie glasig sind. Möhrenstückchen, frische und getrocknete Pilze sowie Knoblauch und gehackten Thymian dazugeben und al- les gemeinsam ca. 10 Minuten anbraten. Tomatenmark, Senf und Sojasauce zum Gemüse geben und ca. 3 Minuten anbra- ten. Alles mit Rotwein ablöschen und den Wein ca. 5 Minuten auf mittlerer Hitze einkochen lassen. Jetzt den Pilzsud der getrockneten Pilze und Gemüsebrühe dazugeben und alles kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Alles gemeinsam auf ko- chen und danach bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Vor dem Servieren noch mal abschmecken.

Nun das Wasser in einem großen Topf mit Salz zum Ko- chen bringen. Die Klöße portionsweise in das Wasser geben, mit dem Kochlöffel kurz umrühren, sodass sie nicht am Bo- den kleben bleiben. Dann die Temperatur reduzieren und darauf achten, ob die Klöße an die Wasseroberfläche hoch- kommen. In diesem Fall sind sie in ca. 2 Minuten fertig. Mit einem Sieblöffel herausfischen.

Alle Komponenten gemeinsam servieren und ein Stück meiner Kindheit genießen. Danach keine sportlichen Aktivi-

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täten planen. Aus Erfahrung kann ich sagen: Man isst mehr, als man muss. Smacznego!

MartinaBleuler

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