Im Namen der Menschlichkeit

Heribert Prantl

gelesen von Heribert Prantl

Regie: Dana Golombek von Senden, Technik: Martin Freitag

Das ist unsere zweite Zusammenarbeit mit Heribert Prantl nach „Not und Gebot – Grundrechte in Quarantäne“. Und dieses Buch wird ein Geschenk von Heribert Prantl und uns als GehörGäng zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni an all unsere Hörer, weil uns dieses Thema so wichtig ist!!! Dazu werden wir bis Ende Juni noch zwei weitere Bücher , diesmal Romane, produzieren. „Havarie“ von Merle Kröger und „Kampala – Berlin“ von Lutz van Dijk, welches zum Jugendliteraturpreis nominiert ist.

Das Buch

Krieg, Terror, Diktatur, Korruption, Armut und Hunger – seit Jahr- zehnten sind Menschen auf der Flucht. Sie wollen nach Europa, in der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu führen. Europa aber hält sich die Flüchtlinge vom Hals. Es hat die Grenzen dicht gemacht. Der einzige Weg, der den Migranten bleibt, ist der Weg über die »nasse Todesroute«, übers Mittelmeer. Um andere abzuschrecken, nimmt die EU den Tod der Flüchtlinge billigend in Kauf. Heribert Prantl, Leiter der Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, klagt an. Er fordert angesichts der Katastrophen, die sich an den EU-Außen- grenzen ereignen, einen kompletten Richtungswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik. Eine große Seenotrettungskampagne allein reicht nicht aus, um das Massensterben im Mittelmeer zu verhindern. Europa hat die Verpflichtung, Migration als zivilisatorische Notwendigkeit zu begreifen und danach zu handeln.

Der Autor

Heribert Prantl, Jahrgang 1953, hat Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie studiert. Seit 1995 leitet er das Ressort Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung und seit 2011 ist er dort Mitglied der Chefredaktion. Prantl ist Autor zahlreicher Leitartikel und Kommentare; die Flüchtlingspolitik gehört seit jeher zu seinen großen Themen. Er ist Autor mehrerer politischer Bücher; dafür wurde er unter anderem mit dem Geschwister-Scholl- und mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.

Die letzte Epiphanie

Werner Bergengruen

Ich hatte dies Land in mein Herz genommen,

ich habe ihm Boten um Boten gesandt.

In vielen Gestalten bin ich gekommen.

Ihr aber habt mich in keiner erkannt.

Ich klopfte bei Nacht, ein bleicher Hebräer,

ein Flüchtling, gejagt, mit zerrissenen Schuhn.

Ihr riefet dem Schergen, ihr winktet dem Späher

und meintet noch Gott einen Dienst zu tun.

Ich kam als zitternde, geistgeschwächte

Greisin mit stummem Angstgeschrei.

Ihr aber spracht vom Zukunftsgeschlechte

und nur meine Asche gabt ihr frei.

Verwaister Knabe auf östlichen Flächen,

ich fiel euch zu Füßen und flehte um Brot.

Ihr aber scheutet ein künftiges Rächen,

ihr zucktet die Achseln und gabt mir den Tod.

Ich kam, ein Gefangner, als Tagelöhner,

verschleppt und verkauft, von der Peitsche zerfetzt.

Ihr wandtet den Blick von dem struppigen Fröner.

Nun komm ich als Richter. Erkennt ihr mich jetzt?

MartinaBleuler

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