die neuesten Schätze:

"Gott, ist die Gegend runtergekommen"

Theodor Fontane auf Reisen mit Hans -Jürgen Schatz

Sprecher: Hans - Jürgen Schatz

Tonmeister: Martin Freitag 

Dauer: 1:33

Hans-Jürgen Schatz hat für dieses Hörbuch sein erfolgreiches Bühnenprogramm aus dem Renaissance-Theater Berlin eingerichtet. Dort haben die Texte im stets ausverkauften Bruckner-Foyer große Heiterkeit ausgelöst und das Publikum ging bestens unterhalten und um eine wichtige Erkenntnis reicher nach Hause: Fontane ist auf seinen Reisen eben nicht nur durch das heimatliche Brandenburg gewandert. 

Der Journalist und Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) war sein Leben lang auf Achse. Privat und beruflich. In zahlreichen Briefen hat er darüber berichtet. Seine Reisen führten ihn nicht nur auf "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", sondern auch in andere deutschsprachige Regionen und europäische Länder wie England, Italien und die Schweiz.

Durch die Einführung der Eisenbahn wurde zu reisen vereinzelt zwar erleichtert, Ziegenböcke im Abteil oder Körbe voller Fisch bei sommerlichen Temperaturen waren jedoch kein Vergnügen. Ungewohnte Speisen und deren Zubereitung machten Fontanes Magen und Darm unterwegs zu schaffen. "Jeder Ort in Deutschland scheitert am Örtchen", schrieb der Schriftsteller, der in Briefen an seine Frau oft über den Zustand des „Örtchens“, der Fremdenzimmer und seiner Gesundheit klagte. Zu den Verdauungsbeschwerden kamen häufig Erkältungen und Seekrankheit. 

Dem passionierten Briefschreiber Fontane verdanken wir einen sehr persönlichen, wachen Blick auf das sich modernisierende 19. Jahrhundert. Die in seinen Reisebriefen beschriebenen Vorkommnisse mögen nicht immer hoffähig sein, für das Publikum heutzutage sind sie vielleicht gerade deshalb meist ein Quell der Erheiterung. Für den Absender waren sie es oft genug nicht. Auch hier gilt „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.   

 

E.T.A. Hoffmann
Die Abenteuer der Sylvester-Nacht
 

Sprecher: Hans - Jürgen Schatz

Tonmeister: Martin Freitag 

Dauer: 1:10

 

 
Als der knapp 25jährige Heinrich Heine 1822 die "Briefe aus Berlin" schrieb,
konnte er sich den schwer erkrankten, berühmten Juristen, Komponisten und Schriftsteller Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann (1776-1822), der seinen
dritten Vornamen aus Verehrung für Mozart gegen Amadeus getauscht hatte,
ins Berliner Café Royal (Unter den Linden/Ecke Charlottenstrasse) als Gast
nur hineinfantasieren: "Aber dort am Tisch das kleine bewegliche Männchen
mit den ewig vibrierenden Gesichtsmuskeln, mit den possierlichen und doch
unheimlichen Gesten? Das ist der Kammergerichtsrat Hoffmann, der den
Kater Murr geschrieben." Und bei weitem nicht nur diesen Roman.
 
Sieben Jahre zuvor hatte E.T.A. Hoffmann, am Neujahrstag 1815, mit der
Niederschrift seiner Erzählung "Die Abenteuer der Sylvester-Nacht"
begonnen und sie am 6. Januar beendet. Darin blieb er seinem "Vorsatz und
Beruf" treu, spukhafte Geschichten nicht in einem erfundenen Reiche
anzusiedeln, sondern sie in einer realen Umgebung spielen zu lassen.
 
So erlebt Hoffmanns Held seine "Abenteuer der Sylvester-Nacht" in Hoffmanns
Wohngegend am Gendarmenmarkt in Berlin. Mit der "Geschichte vom
verlornen Spiegelbilde", die Teil dieser Erzählung ist, parodiert Hoffmann das
Kunstmärchen "Peter Schlemihls wundersame Geschichte" seines Freundes
Adelbert von Chamisso (1781-1838), dessen Held dem Teufel seinen
Schatten verkaufte, hingegen Hoffmanns Held sich in Florenz unter
teuflischen Umständen sein Spiegelbild abluchsen läßt. Eine Episode, die der
Kölner Jacques Offenbach (1819-1880) für seine Oper "Hoffmanns
Erzählungen" auskomponiert hat.
Heinrich Heine (1797-1856) hielt nach Hoffmanns frühem Tod im Sommer
1822 fest: "Hoffmann war als Dichter viel bedeutender als Novalis. Denn
​letzterer, mit seinen idealischen Gebilden, schwebt immer in der blauen Luft, während Hoffmann, mit allen seinen bizarren Fratzen, sich doch immer an der
irdischen Realität festklammert."
 

E.T.A. Hoffmann - Die Abenteuer der Sylvester-Nacht

Pressestimmen zu den Vorstellungen von Hans - Jürgen Schatz

Der Schauspieler verströmt eine diabolische Aura. Sich hinter dem lustigen Rund seiner Brille versteckend, geht er schmeichelnd daran, mit variabler Stimme die Hoffmannschen Figuren in den Saal zu projizieren ... Sein Spiegelbild verzocken? Warum letztlich nicht? Wahrscheinlich, weil Hans-Jürgen Schatz so überzeugend teuflisch vor demselben gewarnt hatte.

Neubrandenburger Zeitung

 

Hans-Jürgen Schatz, begnadet in der Welt ernsthaft-ironischen Umgangs mit literarischen Inhalten wandelnder Rezitator, verlieh Hoffmanns "Geschichte vom verlornen Spiegelbilde" den erforderlichen Impetus: Tänzerisch alliterierend, mit pointierter Emphase, dabei die Plosivlaute wie blitzende Dolche zückend, gab Schatz mehr als nur eine Ahnung der Identitätskrise des jungen Erasmus, der in beklagenswertem Liebeswahn sein Spiegelbild veräußert. 

Peiner Nachrichten

 

...eine sarkastische Fantasy-Story um den Stillstand des menschlichen (hier männlichen) Gehirns angesichts visueller und emotionaler Reizüberflutung. Das Schätzchen aus Hoffmanns Delikatessenabteilung erzählerischer Eleganz wird bei Schatz zu einem sprachlichen Leckerbissen. Wie mühelos findet er eine Diktion aus Pathos und Spannung, die das Aroma des 200 Jahre alten Textes angemessen und fesselnd ins Parkett weht.

Peiner Allgemeine Zeitung

 

Nur die ganz großen Rezitatoren wagen sich an solche Texte - und Hans-Jürgen Schatz ist einer von ihnen! Mit sicherem Gespür umsegelt er die Klippen, die leicht zum Scheitern führen könnten: kein falsches Pathos, keine burleske Spielerei mit billigen Gags, keine epische Langeweile machen sich da breit - Nein: mittels präziser Aussprache, überlegter Akzentuierung und punktgenauer Artikulation erweckt er das Sprachkunstwerk zum Leben, verleiht ihm vitalen Ausdruck und lässt dem Hörer durch perfekte Phrasierung komplizierte erzähltechnische Zusammenhänge durchsichtig werden.

Fränkischer Tag

Hans-Jürgen Schatz liest Kurt Tucholsky
Lyrik und Prosa
1907 - 1925
 

Sprecher: Hans - Jürgen Schatz

Tonmeister: Martin Freitag 

Dauer: 75 min

 

Am 9. Januar 2020 feierten die Literaturfreunde den 130. Geburtstag von Kurt
Tucholsky. Was? Ist der aktuellste der deutschen Klassiker schon so alt? Ein
Tippfehler? Ein Rechenfehler? Keineswegs. Kurt Tucholsky, der uns in seinen Textenso nahe ist, wurde am 9. Januar 1890 in der Lübecker Str. 13 in Berlin-Moabit
geboren. Die Gedenktafel am Geburtshaus bezeugt es.
Kurt Tucholskys Gedichte, Romane und die Feuilletons für die Wochenzeitschrift
"Die Weltbühne" und andere Zeitungen wirken wie von gestern, ohne dabei von
gestern zu sein. Seine Texte sind fast durchgängig tagesaktuell und dabei doch
großenteils zeitlos und dauerhaft gültig. Wir teilen gerne, im glücklichsten Fall voller Selbstironie, den liebevoll-kritischen Blick auf seine Mitmenschen, zu denen wir damals schon gehörten und immer noch gehören. Wir bestaunen seine konsequente politische Haltung. Wir lachen und weinen mit ihm in Liebesdingen. Wir Theaterfreunde sind ihm dankbar für seine vielen mit Herzblut geschriebenen Texte über die Bretter, die die Welt bedeuten und die, die darauf stehen.
 
Hans-Jürgen Schatz ehrt den Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) mit einer
umfangreichen Auswahl von Prosastücken und Gedichten in zwei Alben. Unmöglich, in einem Leseprogramm alle die eigenen Lieblingsstücke unterzubringen. Wie erst alle die des Publikums? Wir begegnen dem "alten Fontane" und der stets aktuellen Frage "Was darf die Satire?", hören von "Märchen", "Dantons Tod" und "Berliner Fasching", reisen mit dem Dichter nach Paris. Jeder von uns hat seinen Tucholsky, liebt bestimmte Texte von ihm ganz besonders. Für die meisten von uns aber gilt, was Kurt Tucholsky von Heinrich Zille schrieb: Er war "Berlins Bester".

Und das sagt die Presse

Schlossfestspiele Neersen  

Hans-Jürgen Schatz liest Prosa und Gedichte von Tucholsky

Ein Tisch, ein Stuhl, ein wenig Licht. Mehr brauchte Hans-Jürgen Schatz nicht, um in die Welt des Kurt Tucholsky zu entführen. Er las im Rahmen der Festspiele eine Auswahl an Prosastücken und Gedichten des Journalisten, Schriftstellers, Satirikers und Gesellschaftskritikers der Weimarer Zeit.

Wenngleich Schatz für sein Gastspiel nicht die Form einer szenischen Lesung wählte, schlüpfte er doch über Sprachduktus, Betonung, Mimik und Körpersprache höchst lebendig in die unterschiedlichsten Rollen. Mit offensichtlicher Freude und der Klaviatur von feinen Nuancen bis hin zu griffigen Steigerungen entlockte er Tucholskys Texten ihren Witz, Sarkasmus, die hellseherischen Qualitäten und auch die darin schwingende Melancholie. Im differenzierten wie auch oft schwungvollen Vortrag kristallisierte er Leichtigkeit ebenso wie Ernst, Traurigkeit oder Sorge heraus. Zwischen den Texten gab Schatz Einblicke in Tucholskys Leben, das mit nur 45 Jahren 1935 endete. Ob Tucholsky den Selbstmord wählte, ist bis heute nicht geklärt. Er erlebte das Kaiserreich, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, die Anfänge des Nationalsozialismus und warnte vor dem Erstarken der politischen Rechten wie auch vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Zum Einstieg wählte Schatz Tucholskys Stück „Herr Wendriner geht ins Theater“. Lebhaft gab der Rezitator den Theaterbesucher, der zu spät zur Vorstellung kommt, lästert und unbefangen stört, sich aber über andere empört. Im Parforceritt durch die Klangfarben der Sprechweise empfand der Schauspieler ein durchdringendes Flüstern, Spötteln oder einen angriffslustigen Unterton nach, durchbrochen von der Rezitation des Schauspiels, das sein Protagonist kaum wahrnimmt.

Schatz wählte für sein Programm eine chronologische Abfolge. Mit Tucholskys kurzem „Märchen“ stellte er einen frühen Text vor, mit dem der damals 17-Jährige den Kunstgeschmack des Kaisers karikierte. Das 1919 von Tucholsky unter dem Pseudonym Kaspar Hauser veröffentlichte „Lied vom Kompromiss“ stand für dessen Reaktion auf die Unwägbarkeiten und Verhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg.

Sehr zurückgenommen im ruhigen Tonfall gestaltete Schatz auf berührende Weise die Lesung zum Prosastück „Der Mantel“. Der Mantel wickelte ein „unglückseliges Menschenkind“ zu Appell und auf Feldzügen ein und wurde zum Zeugen von Brutalität und Not.

Ebenso las Schatz Tucholskys schwärmerischen Beitrag auf die Schauspielerin Elisabeth Bergner wie auch die im Berliner Dialekt gefasste Verehrung für den nach Tucholskys Ansicht oft verkannten Heinrich Zille.

Grandios fing Schatz den satirischen Ton der Texte zur „Ortskrankenkasse“ und „Zur soziologischen Philosophie der Löcher“ ein. Er beendete die Auswahl mit dem Klassiker vom Ehepaar, das seinem Besucher einen Witz erzählen will, sich darüber zerstreitet und schließlich den Gast mit einem halben Witz zurücklässt. Für den herzlichen Beifall dankte der Schauspieler mit zwei Zugaben. Dabei machte Tucholskys 1932 verfasstes Gedicht über Europa erneut bewusst, wie aktuell die Texte des Berliners bis heute sind.

Angela Wilms-Adrians, Rheinische Post, 17. Juli 2019

 

                                       9,99

Hans-Jürgen Schatz liest Kurt Tucholsky
Lyrik und Prosa
1926- 1932
 

Sprecher: Hans - Jürgen Schatz

Tonmeister: Martin Freitag 

Dauer: 1:25

 

Am 9. Januar 2020 feierten die Literaturfreunde den 130. Geburtstag von Kurt Tucholsky. Was? Ist der aktuellste der deutschen Klassiker schon so alt? Ein Tippfehler? Ein Rechenfehler? Keineswegs. Kurt Tucholsky, der uns in seinen Texten so nahe ist, wurde am 9. Januar 1890 in der Lübecker Str. 13 in Berlin-Moabit geboren. Die Gedenktafel am Geburtshaus bezeugt es. 

Kurt Tucholskys Gedichte, Romane und die Feuilletons für die Wochenzeitschrift "Die Weltbühne" und andere Zeitungen wirken wie von gestern, ohne dabei von gestern zu sein. Seine Texte sind fast durchgängig tagesaktuell und dabei doch großenteils zeitlos und dauerhaft gültig. Wir teilen gerne, im glücklichsten Fall voller Selbstironie, den liebevoll-kritischen Blick auf seine Mitmenschen, zu denen wir damals schon gehörten und immer noch gehören. Wir bestaunen seine konsequente politische Haltung. Wir lachen und weinen mit ihm in Liebesdingen. Wir Theaterfreunde sind ihm dankbar für seine vielen mit Herzblut geschriebenen Texte über die Bretter, die die Welt bedeuten und die, die darauf stehen.

Hans-Jürgen Schatz ehrt den Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) mit einer umfangreichen Auswahl von Prosastücken und Gedichten in zwei Alben. Unmöglich, in einem Leseprogramm alle die eigenen Lieblingsstücke unterzubringen. Wie erst alle die des Publikums? "Ein Ehepaar erzählt einen Witz", wir hören von der "soziologischen Psychologie der Löcher", staunen über "Himmlische Nothilfe", die uns von gleich zwei Weihnachtsmännern beschert wird und nehmen mit dem Dichter Abschied von "Siegfried Jacobsohn", dem wachen Herausgeber der legendären Wochenzeitschrift "Die Weltbühne". Jeder von uns hat seinen Tucholsky, liebt bestimmte Texte von ihm ganz besonders. Für die meisten von uns aber gilt, was Kurt Tucholsky von Heinrich Zille schrieb: Er war "Berlins Bester".

 

Und kerzenhelle wird die Nacht

Hans-Jürgen Schatz liest Weihnachtliches

Geschichten und Gedichte

 

Sprecher: Hans - Jürgen Schatz

Tonmeister: Martin Freitag 

Dauer: 83 min

 

Sein weihnachtliches Vorleseprogramm "Und kerzenhelle wird die Nacht" hat Schauspieler Hans-Jürgen Schatz exklusiv für die GehörGäng zusammengestellt. Es begleitet das Publikum mit 26 Geschichten und Gedichten vom 1. Dezember bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag.  

Zehn Jahre lang ist Schatz an der Seite des erfolgreichen Theater-, Fernseh- und Buchautoren Horst Pillau im Renaissance-Theater Berlin mit stark nachgefragten Weihnachtsprogrammen aufgetreten, die im Untertitel "Die etwas andere Weihnachtslesung" ankündigten. 

Diesem Motto folgt Hans-Jürgen Schatz mit seiner vorfestlichen Literaturauswahl auch hier. In drei Jahrhunderten ist er bei namhaften Autoren fündig geworden, deren Texte von Advent und Weihnachten gemeinsam mit Klassikern wie Eichendorffs "Markt und Straßen..." oder Storms "Von drauß' vom Walde..." zu einem wunderbar winterlich-weihnachtlichen Spaziergang durch den Dezember einladen, der uns schmunzeln läßt und berührt. Der literarische Bogen reicht von Johann Wolfgang Goethes "Wilhelm Meister" über Fontane, Rilke, Benjamin, Ringelnatz u.a. bis zu Horst Pillaus "Weihnachten im Viersternehotel".  

Hans-Jürgen Schatz
 
debütierte mit der Hauptrolle in dem Spielfilm „Flamme empor“. Seither wirkte er in zahlreichen Theaterinszenierungen sowie Kino-und Fernsehfilmen mit, darunter „Heimat“, „Der Fahnder“
und „Salto Postale“.
Einen exzellenten Ruf als Rezitator erwarb er sich mit Texten von Erich Kästner, Jean Paul und Thomas Mann.
Seine Interpretation von L.F. Baums„Der Zauberer von Oos“ wurde mit dem „Preis der deutschen
Schallplattenkritik“, seine Einspielung der musikalischen Erzählung„Paddington Bärs erstes Konzert“
(mit Symphoniker Hamburg) mit dem Deutschen Schallplattenpreis „ECHO Klassik” ausgezeichnet.
Für sein vielfältiges gesellschaftliches Engagement wurde Hans-Jürgen Schatz mit
dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Kurt Tucholsky

 

 

 

 

 

 

E.T.A. Hoffmann